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CARGOCULT

statement

CargoCult world
Projektinitiative
a) nominal/ besonders
CCworld vertritt eine starke künstlerische Position, die die Welt der Kunst mit Mode, Massenmedien und real-sozialem Rand (unbarmherzig) verschmilzt. Gänzlich ohne linken Escapismus und romantisch
höchstens in ironischer Tradition, regt CCworld eine technosoziale Disskussion innerhalb eines eigenen
globalen Raumes an.
CCworld ermutigt Menschen zu Transaktionen im künstlerischen Rahmen, die nie daran denken würden
zusammenzuarbeiten. CCworld dehnt das Konzept einer Initiative möglichst weit aus: räumlich wie inhaltlich. 2016 ließ CC die world ins Berliner Amtsregister eintragen und deren Gemeinnützigkeit amtlich bescheinigen. Damit gibt es nun eine gemeinnützige world als juristische Person.
CCworld erfindet und erschafft Kontexte. Es erforscht die strukturelle Poesie der kapitalen Elitenwirtschaft im Gewand der Kommerzialität. Die Popularität der Kunst befördert ihre Monetarisierung.
CCworld untersucht in verschiedenen Kollektiven die Möglichkeiten von Wertverschiebungen und wendet flache Hierarchien an. Eine Ergründung utopischer Praxen mit den Mitteln der Kunst.
CCworld findet mögliche Projekte und lebt mit ihnen auf der Strasse oder in den Eingängen beheizter
Institutionen, unter den Brücken elitärer Zusammenschlüsse. Manche Projekte wiederum sind
discounterimmanent an einen Super_markt geknüpft oder ultrasublim in den Glanz wohlüberlegter Rethorik eingewebt, abrufbar auf allen mobilen Endgeräten.
Für CCworld ist die Welt Ausstellungsort, d.h. überall (in analogen und virtuellen Räumen) und darüber
hinaus.
Dem Namen CargoCult folgend geht es CCworld nicht darum zu erobern, sondern sich eher in einem emanzipativen Prozess der Aneignung erobern zu lassen. Die eingefahrenen Machtgefüge der von einer weissen, maskulinen Vorherrschaft geprägten Handlungsweisen, gilt es zu reformieren und bis auf die Gründe ihrer Semantik zu transformieren. CCworld fördert und ermöglicht künstlerische Projekte, die solches vorhaben.
Eine durch den Schmerz bei einem Aufenthalt im jobcenter verursachte, epigenetisch ununterdrückbare
Evolution des Formularwesens zeigt sich bespielsweise in der Zusammenarbeit mit etlichen Betroffenen an frei erneuerten Formularen (cc formworks).
CCworld arbeitet mit bestehenden Strukturen und mit der Aneignung gebräuchlicher Ästhetiken, denen neue Inhalte gegeben und deren Zwecke verändert werden. Beispielsweise die Gründung einer Bank, die
Akkumulation verweigert und stattdessen direkt weitergibt , („bank of trust“) in Zusammenarbeit mit freien Berliner Bankangestellten.
CCworld ist Weltbeobachter.
c) ideal/real
CCworld sucht den humanistischen Ausgleich in der Kunst. Mit den Mitteln der Kunst.
Eines der wichtigsten Anliegen von CCworld ist cultural empowerment.
Es ist sehr aufregend zu sehen, wieviel Neues entsteht, wie die Kunst sich als tatsächlich avantgardistisch herausstellt, wenn man institutionelle Pfade verlässt, den prekären Einzelkampf beendet, das geforderte „Experiment des Schicksals“ aufgibt und sich zu Kollektiven zusammenschliesst.
Die jahrelange Praxis von CCworld zeigt, daß neue Techniken neue Räume eröffnen und Kunst an Orten ermöglicht, die über geringe Produktionsmittel und minimale Budgets verfügen. (technosoziale Diskussion)

CCworld hat in einer ageha emmaii AGH MAE (ArbeitsGelegenheit mit MehrAufwandsEntschädigung)
in Berlin in Deutschland begonnen. Hier arbeiteten die Modedesignerin Beate Huss und die Künstlerin
Andrea Huyoff als Anleiterinnen eines staatlichen Kreativkurses für Langzeitarbeitslose. CCworld entlehnte
den anthropologischen Begriff CargoCult aufgrund der strukturellen Nähe zur absurden Arbeitsmarktpolitik,
wie sie in Europa Migranten und Mittellosen gegenüber angewendet wird. CCworld wendete die
Verhältnisse vieldimensional und bestaunte das in der Festung Europa angekommene Frachtgut mit den
Augen arbeitsloser Migranten, die hier aus den Resten dieser Waren etwas „Schönes“ machen sollten und
dabei Dinge formten, die in der Lage waren, den Kult zurückzubringen.
Der Kult hat seine Wurzeln in der Begegnung von Melanesiern und Europäern, die neuartiges und ‚wunderbares‘
Frachtgut (englisch cargo) in ehemals isolierte melanesische Kulturen brachten. Er ist als
Reaktion auf die teilweise radikalen sozialen Veränderungen durch Missionierung und Kolonialherrschaft
zu betrachten. (quelle: wikipedia)
CCworld wurde klar, dass in der ageha emmaii etwas ähnliches stattfand : Der Staat spielt die geisterhafte
Rolle der Ahnen und die Kolonialisierung ist jene des niedrigschwelligen Arbeitsmarktes.
Das Frachtgut ist entweder
1. Materie gewordener Zynismus- unfaire Ware, von Europa in Auftrag gegeben, produziert in jenseitigen
Gebieten unter teils inhumanen Umständen. oder 2. in der verwirrenden Unheimlichkeit seiner Herkunft
und Existenz etwas Verehrungswürdiges, Sonderbares. Welches dekonstruiert und neu formiert wird innerhalb
der vergessenen Werkstätten sozialer Maßnahmen durch die Hände von Menschen, die vor eben jener
Ausbeutung geflohen sind, die durch den Warenfluß entstanden ist- hierher nach Europa. BÄM
CCworld gründete sich inmitten eines radikalen sozialen Wandels aus einer randständigen Position des
Seins, in welcher, weit ab der Mitte und ihrer Kunst, staatlich beauftragtes Gut produziert werden sollte,
welches nach Beendigung der AGH MAE heimlich im Mülleimer entsorgt wurde. Sinnlos.
Die Kunst ist auch sinnlos, das war der erste gemeinsame Nenner. Es galt nicht die Sinnlosigkeit zu
hinterfragen, sondern den Platz innerhalb der Gesellschaft, an dem das Sinnlose geschieht. Wenn es den
Rand betrifft, ist das verheerend. Also begannen wir umzukrempeln. CCworld ist eine von Künstlern
begonnene Initiative, die bereits ihr eigenes Standing geschaffen hat und die mit ihren Projekten tief in die
Gesellschaft vordringt.
b) Öffentlichkeit
CCworld ist mit einem seiner Projekte für den Innovationspreis Soziokultur 2017 des Fonds Soziokultur
nominiert. CCworld hat zwei Audioguides in der Öffentlichkeit „aufgeführt“ , Ausstellungen eröffnet, den
öffentlichen Stadtraum mit Plakaten gestaltet und Dinge gelabelt, die zum Beispiel in Magazinen in New
York und Berlin abgedruckt wurden oder auf der Fashionweek Paris öffentlichen Präsentationen
gezeigt wurden. CCworld betreibt vier Websites und zwei Blogs. Die von CCworld produzierten Videos
laufen online auf verschiedenen Kanälen. CCworld besetzt Leerstand mit Ausstellungen und/oder durch
Aktionen. CCworld veranstaltet Symposien.
CCworld sieht seine Öffentlichkeit vor allem in dem rasant wachsenden Netzwerk vieler Kreativer, die sich
mit CCworld zu Kollektiven verbinden.

scene / I
BOT-CYCLOPS